Kinder sind nicht kleine Erwachsene, die die selben Therapien und Medikamente bekommen sollten - nur schwächer dosiert. Sie sind in ihrer Physiologie noch unreif und zart und bedürfen einer ganz besonderen Behandlung und Zuwendung.
In der Chinesischen Medizin ist man sich der Zartheit ihres Wesens bewusst. Therapien und Medikamente werden speziell auf ihre Physiologie abgestimmt.
Die Kinderheilkunde hat sich bereits im 12.Jhr.n.Chr. als eigenständiger Zweig innerhalb der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) etabliert.
Physiologie bei Kindern aus Sicht der Chinesischen Medizin
Die Chinesische Medizin hat eine sehr blumige Sprache, mit vielen Sinnbildern und Sprichwörtern.
Einige dieser Sprichwörter möchte ich hier näher erklären.
Kinder sind reines Yang
Kinder sind voller Lebenskraft und Energie.
Sie sind laut, aktiv, in ständiger Bewegung - alles Eigenschaften des Yang. Das YIn hingegen, wie Ruhe und Besinnung, sind noch schwach ausgeprägt
Kinder besitzen junges Yang und junges Yin
QI, Blut und Körpersäfte sind bei Kindern noch sehr empfindlich. Die Organe sind zart und enthalten noch wenig Qi. Man könnte es mit einem noch nicht voll ausgereiften Immunsystem vergleichen.
Kinder erkranken leicht und die Symptome wechseln schnell
Kinderhaut ist sehr zart und empfindlich. Das Abwehr-Qi, das unter der Haut zirkuliert und den Körper vor dem Eindringen von krankmachenden Faktoren schützt, ist noch schwach. Krankheitserreger können rasch über das Atmungs-oder Verdauungssystem in den Körper vordringen. Krankheiten sind durch schnellen Ausbruch und schnelle Veränderung gekennzeichnet,
Pathogene Faktoren werden bei Kindern leicht eingeschlossen
Durch eine Krankheit werden Qi und Yin des Kindes geschwächt. Oft reicht die Energie dann nicht aus um den krank machenden Faktor völlig aus dem Körper heraus zu bringen. Ein Rest der schädlichen Energie bleibt zurück und schwächt das Kind weiterhin im Verborgenen. Dadurch wird es unter Umständen noch anfälliger für erneute Infekte und Erkrankungen.
Kinder sind anfällig für emotionalen Stress
Kinder können schnell von Emotionen (Sorgen, Grübeln, Angst, Freude, Trauer, Zorn) überwältigt werden.
Da das Qi bei Kindern sehr schnell fließt, steigt es auch schnell zum Kopf auf. Jeder kennt es, wenn zBsp. ein Baby ruhig schläft und plötzlich anfängt zu weinen. Aus dem Weinen wird sehr schnell ein Brüllen mit rotem Kopf (manche Kinder laufen sogar blau an) und verkniffenen Augen. Das Qi ist sehr schnell nach oben aufgestiegen und verursacht Probleme.
Kinder haben ein reines Qi. Sie erholen sich nach einer Krankheit schnell