Colitis ulcerosa beeinflusst oft weit mehr als nur die Verdauung. Wenn der Darm unberechenbar wird, zieht das Kreise in fast alle Lebensbereiche.
Vielleicht kennst du das: Wege werden instinktiv nach der nächsten Toilette geplant, Verabredungen fühlen sich unsicher an und der Körper steht unter einer permanenten Grundanspannung – selbst an den ruhigeren Tagen. Schmerzen, Erschöpfung und das Gefühl, dem eigenen Körper nicht mehr richtig vertrauen zu können, werden oft zu ständigen Begleitern.
In meiner Praxis in Berlin-Kreuzberg begleite ich Menschen mit Colitis ulcerosa mit Akupunktur und Chinesischer Medizin (TCM). Dabei geht es mir nicht darum, starre Schemata anzuwenden. Ich schaue ganz genau hin, wie sich die Erkrankung bei dir persönlich zeigt, um dich auf deinem Weg bestmöglich und individuell zu unterstützen.
Was ist Colitis ulcerosa?
Die Colitis ulcerosa ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des Dickdarms, die meist im Enddarm beginnt und sich in der Darmschleimhaut ausbreitet.
Typisch für die Erkrankung ist ihr schubweiser Verlauf: Phasen mit intensiveren Beschwerden wechseln sich mit beschwerdefreien oder ruhigeren Zeiten (Remission) ab. Wie sich die Erkrankung äußert, ist von Mensch zu Mensch sehr verschieden:
Häufiger, starker Stuhldrang (in akuten Phasen sehr ausgeprägt, teils mit Blut oder Schleim)
Krampfartige Bauchschmerzen und Blähungen
Ausgeprägte Erschöpfung (Fatigue) und körperliche Schwäche
Manchmal auch Symptome außerhalb des Darms, wie Gelenkschmerzen, Schlafstörungen oder Hautveränderungen
Wichtiger Hinweis für deine Gesundheit: Da ein langjähriger Verlauf das Risiko für Folgeerkrankungen erhöhen kann, sind regelmäßige gastroenterologische Kontrollen und Darmspiegelungen unverzichtbar. Die Chinesische Medizin versteht sich hier immer als begleitende und unterstützende Methode zur klassischen schulmedizinischen Therapie.
Ursachen
Die genauen Ursachen der Colitis ulcerosa sind komplex und wissenschaftlich noch nicht vollständig geklärt. Man geht heute von einem Zusammenspiel aus genetischer Veranlagung, einer Fehlregulation des Immunsystems, Veränderungen der Darmflora und Umwelteinflüssen aus.
Die Rolle von Stress: Stress ist zwar nicht die Ursache der Erkrankung, er kann jedoch Schübe triggern und das persönliche Schmerz- und Beschwerdeempfinden intensivieren.
Symptome
Zu den häufigen Beschwerden gehören:
häufiger Stuhlgang (bis 40 x täglich), teilweise mit Blut oder Schleim
plötzlich einsetzender oder schwer zurückhaltbarer Stuhldrang
krampfartige Bauchschmerzen
Blähungen
Schmerzen
Erschöpfung und körperliche Schwäche
Fieber oder starkes Durstgefühl
Stuhlinkontinenz
Zusätzlich können Beschwerden auftreten, die nicht unmittelbar im Darm spürbar sind, zum Beispiel:
Blutarmut
Schlafstörungen
depressive Verstimmungen
Gelenkschmerzen oder Gelenkentzündungen
Rückenbeschwerden
Hautveränderungen
Hämorrhoiden
Medizinische Behandlung
Die medizinische Behandlung richtet sich nach der Stärke und Ausdehnung der Entzündung sowie nach dem bisherigen Krankheitsverlauf.
Zum Einsatz kommen entzündungshemmende Medikamente wie Mesalazin und kortisonhaltige Präparate. Je nach Verlauf können außerdem immunsuppressive Medikamente, Biologika oder weitere Wirkstoffe verordnet werden.
Ziel der Behandlung ist es, die Entzündung zu kontrollieren, Beschwerden zu lindern und möglichst lange beschwerdearme Phasen zu erreichen.
Ob Eisen, Calcium, Vitamin D oder andere Nährstoffe ergänzt werden sollten, hängt von den Laborwerten, der Ernährung und der jeweiligen Behandlung ab und sollte individuell ärztlich abgestimmt werden.
Colitis ulcerosa aus Sicht der Chinesischen Medizin (TCM)
In der Traditionellen Chinesischen Medizin wird Colitis ulcerosa nicht bei jedem Menschen gleich eingeordnet.
Neben Durchfällen, Blutungen und Bauchschmerzen werden auch Verdauung, Appetit, Erschöpfung, Temperaturempfinden, Schlaf, Stressbelastung und die allgemeine körperliche Verfassung betrachtet.
Aus TCM-Sicht können unterschiedliche Muster wie Hitze, Feuchtigkeit, Stagnation oder eine geschwächte Verdauungsfunktion im Vordergrund stehen.
Je nach individuellem Befund können Akupunktur, chinesische Arzneimitteltherapie und Empfehlungen zur Ernährung Bestandteil einer begleitenden TCM-Behandlung sein.
Akupunktur in Berlin-Kreuzberg bei Colitis ulcerosa
Bei der Akupunktur wähle ich die Punkte ganz gezielt nach deinem aktuellen Befinden und deinem TCM-Muster aus.
Wir konzentrieren uns dabei nicht nur auf den unruhigen Darm. Auch Begleitsymptome wie Erschöpfung, Schlafstörungen, innere Unruhe und das Gefühl des Ausgebranntseins finden in der Behandlung ihren Platz.
Obwohl Stress die Erkrankung nicht allein verursacht, wissen viele Betroffene, wie sehr sich Stress und Darmbeschwerden gegenseitig hochschaukeln können.
Die Akupunktur bietet hier einen wunderbaren, körperorientierten Ansatz, um die Regulation des vegetativen Nervensystems anzuregen und dem Körper einen Raum zur Regeneration zu geben.
Hinweis zum Heilmittelwerbegesetz: Die Chinesische Medizin und die Akupunktur gehören zur Erfahrungsmedizin. Die hier beschriebenen Zusammenhänge und Wirkungen sind in der Naturheilkunde etabliert, jedoch wissenschaftlich/schulmedizinisch nicht in allen Punkten vollumfänglich anerkannt. Eine begleitende Behandlung ersetzt nicht die Betreuung durch eine Fachärztin oder einen Facharzt für Gastroenterologie.