TCM, Kräuter und Ernährung bei Juckreiz und atopischer Dermatitis
Wenn die Haut ständig spannt, juckt, brennt oder immer wieder aufflammt, bleibt das selten auf die Haut begrenzt.
Neurodermitis kann den Schlaf rauben, die Konzentration erschweren und das Gefühl verändern, sich im eigenen Körper sicher und wohlzufühlen. Manche Menschen meiden bestimmte Kleidung, sagen Verabredungen ab oder beobachten jede kleine Veränderung ihrer Haut. Besonders belastend ist oft die Unberechenbarkeit: Einige Tage scheint sich die Haut zu beruhigen, dann beginnt der nächste Schub.
Viele Betroffene haben bereits Cremes, Salben, Hautpflegeprodukte, Ernährungsumstellungen, Allergietests oder verschiedene medizinische Behandlungen ausprobiert. Manches bringt zeitweise Erleichterung, anderes verändert wenig. Häufig bleibt die Frage, warum die Haut gerade jetzt reagiert – und weshalb sich Stress, Schlaf, Verdauung, Ernährung oder hormonelle Veränderungen offenbar bemerkbar machen.
Die Traditionelle Chinesische Medizin betrachtet diese Zusammenhänge als Teil eines individuellen Gesamtbildes.
In meiner Praxis für Akupunktur und TCM in Berlin-Kreuzberg begleite ich Menschen mit Neurodermitis, wiederkehrendem Juckreiz und unterschiedlichen Formen von Hautschüben. Je nach persönlichem Befund können Akupunktur, chinesische Kräutertherapie und TCM-Ernährung miteinander verbunden werden.
Im Mittelpunkt steht nicht nur die sichtbare Hautstelle. Entscheidend ist das Muster dahinter: Ist die Haut heiß und stark gerötet, trocken und rissig, nässend oder schuppig? Wann verschlechtert sie sich? Welche Rolle spielen Schlaf, Verdauung, Stress, Zyklus, Erschöpfung und Ernährung?
Neurodermitis aus Sicht der Chinesischen Medizin (TCM): Was hinter Juckreiz und Hautschüben liegen kann
Neurodermitis, auch atopisches Ekzem oder atopische Dermatitis genannt, ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung. Typisch sind wiederkehrende Hautschübe mit starkem Juckreiz, trockener oder geröteter Haut, entzündeten Bereichen, Schuppung, kleinen Bläschen oder nässenden Stellen.
Die Beschwerden können sehr unterschiedlich aussehen. Bei manchen Menschen steht die trockene, empfindliche Haut im Vordergrund. Andere erleben plötzlich auftretende, stark gerötete und heiße Ekzeme. Wieder andere leiden unter nässenden Bereichen, aufgekratzten Stellen oder einer Haut, die sich mit der Zeit verdickt und verhärtet hat.
In der TCM wird das sichtbare Hautbild deshalb nicht losgelöst vom restlichen Körper betrachtet. Die genaue Art des Juckreizes, das Temperaturempfinden, die Verdauung, der Schlaf, das Energielevel und die Entstehung der Schübe geben Hinweise darauf, welches Muster im Vordergrund stehen könnte.
Dabei arbeitet die TCM mit einem eigenen diagnostischen Modell. Dieses ergänzt die medizinische Betrachtung um eine weitere Ebene, ersetzt jedoch keine notwendige dermatologische Diagnostik – besonders dann nicht, wenn Hautveränderungen neu, stark entzündet oder unklar sind.
Warum zwei ähnliche Hautbilder bei Neurodermitis unterschiedlich behandelt werden
Zwei Menschen können beide unter Neurodermitis leiden und dennoch ein vollkommen unterschiedliches Beschwerdebild zeigen.
Bei einem Menschen ist die Haut leuchtend rot, heiß und stark entzündet. Der Juckreiz nimmt möglicherweise abends oder nachts zu, Wärme wird unangenehm und die Schübe entwickeln sich schnell. Aus Sicht der TCM können hier sogenannte Hitze-Muster eine wichtige Rolle spielen.
Bei einem anderen Menschen ist die Haut vor allem trocken, fein schuppend und rissig. Sie spannt, heilt langsam und reagiert empfindlich auf Kälte, trockene Raumluft oder Erschöpfung. Hier kann der Blick stärker auf Trockenheit sowie auf einen möglichen Mangel an nährenden und befeuchtenden Substanzen gerichtet werden.
Wieder ein anderes Hautbild zeigt sich durch nässende Ekzeme, kleine Bläschen, Schwellungen oder ein klebriges Gefühl auf der Haut. Bestehen gleichzeitig Völlegefühl, Blähungen, Müdigkeit nach dem Essen oder ein instabiler Stuhlgang, kann in der TCM das Thema Feuchtigkeit stärker in den Vordergrund rücken.
Diese Unterschiede bestimmen, wie eine Behandlung aufgebaut wird. Es geht nicht darum, Neurodermitis einem einzigen TCM-Begriff zuzuordnen, sondern das konkrete Hautbild und die gesamte körperliche Situation zu verstehen.
Wind, Hitze, Feuchtigkeit und Trockenheit: Was diese TCM-Begriffe bedeuten
Begriffe wie Wind, Hitze, Feuchtigkeit oder Blut-Mangel klingen zunächst ungewohnt. Sie bezeichnen in der TCM keine messbaren Stoffe und auch keine schulmedizinischen Diagnosen. Gemeint sind funktionelle Muster, durch die bestimmte körperliche Erscheinungen beschrieben werden.
Wind wird mit plötzlichen, wechselnden oder beweglichen Beschwerden verbunden. Bei Hautthemen kann sich das beispielsweise in starkem Juckreiz, einer schnellen Veränderung des Hautbildes oder wechselnden betroffenen Stellen zeigen.
Hitze beschreibt Zeichen wie Rötung, Brennen, Wärme, starke Reizung und entzündlich wirkende Hautzustände.
Feuchtigkeit wird mit nässenden Stellen, kleinen Bläschen, Schwellungen, Schweregefühl und bestimmten Verdauungsbeschwerden in Verbindung gebracht.
Nässe-Hitze bezeichnet ein Muster, bei dem sich nässende und entzündliche Hauterscheinungen miteinander verbinden können.
Blut-Hitze wird in der TCM bei sehr roten, stark juckenden Hautbildern mitgedacht, insbesondere wenn die Haut durch das Kratzen schnell wund wird oder blutet.
Blut-Stase beschreibt eher chronische, länger bestehende Veränderungen. Dazu können verdickte, dunkler verfärbte oder verhärtete Hautbereiche gehören.
Trockenheit, Blut-Mangel oder Yin-Mangel können bei rissiger, schuppiger und chronisch trockener Haut eine Rolle spielen. Häufig werden dabei auch Schlaf, Erschöpfung, innere Unruhe, Durst und Temperaturempfinden berücksichtigt.
Diese Muster existieren nicht immer getrennt voneinander. Bei einem chronischen Verlauf können sich überlagern und gegenseitig bedingen. Deshalb entsteht die TCM-Einordnung nicht aus einem einzelnen Symptom, sondern aus dem Zusammenspiel vieler Beobachtungen.
Was Verdauung, Lunge und Haut in der TCM miteinander zu tun haben
In der chinesischen Medizin wird die Haut vor allem mit den Funktionskreisen Lunge sowie Milz und Magen in Verbindung gebracht.
Der Begriff Lunge meint in der TCM mehr als das anatomische Organ. Der Funktionskreis steht unter anderem für die Oberfläche des Körpers, die Verteilung von Flüssigkeiten, die Abwehr und die Regulation der Grenze zwischen innen und außen.
Milz und Magen beschreiben die Fähigkeit des Körpers, Nahrung aufzunehmen, umzuwandeln und daraus Energie und nährende Substanzen bereitzustellen. Auch hier geht es nicht allein um die Organe im westlich-medizinischen Sinn, sondern um einen funktionellen Zusammenhang.
Ist die Verdauung belastet, zeigt sich das möglicherweise durch Blähungen, Völlegefühl, Müdigkeit nach dem Essen, weichen Stuhl, Heißhunger oder das Gefühl, bestimmte Mahlzeiten nur schwer verarbeiten zu können. Aus TCM-Sicht kann dadurch Feuchtigkeit entstehen, die sich bei entsprechendem Muster auch im Hautbild widerspiegelt.
Nicht bei jedem Menschen mit Neurodermitis steht die Verdauung im Vordergrund. Bei chronischen Hautbeschwerden lohnt es sich jedoch, genauer hinzusehen, wenn Hautschübe regelmäßig mit bestimmten Lebensmitteln, Verdauungsproblemen oder starker Erschöpfung zusammenfallen.
Wenn Juckreiz bei Neurodermits den ganzen Körper in Alarm versetzt
Juckreiz ist nicht nur ein Symptom auf der Haut. Er greift unmittelbar in die Regulation des gesamten Körpers ein.
Wer nachts immer wieder aufwacht, weil die Haut brennt und juckt, beginnt den nächsten Tag bereits erschöpft. Die Reizschwelle sinkt. Berührung, Wärme, Kleidung oder Schweiß werden schneller unangenehm. Oft genügt irgendwann ein kleiner Reiz, damit der Körper wieder in Alarm geht.
Das Kratzen bringt für einen Moment Erleichterung und verstärkt anschließend häufig die Hautreizung. Dadurch entsteht ein Kreislauf: Die Haut juckt, der Körper spannt sich an, das Kratzen verletzt die Haut, der Juckreiz wird stärker und an erholsamen Schlaf ist kaum noch zu denken.
Hinzu kommt die emotionale Belastung. Sichtbare Hautstellen können Scham auslösen. Manche Menschen ziehen sich zurück oder versuchen, die betroffenen Bereiche ständig zu verdecken. Andere beobachten ihren Körper so genau, dass jede neue Rötung sofort Angst vor dem nächsten Schub auslöst.
In der Behandlung ist deshalb nicht nur die Beschaffenheit der Haut wichtig. Auch Schlafqualität, innere Anspannung, Erholungsfähigkeit und der Umgang des Nervensystems mit anhaltenden Reizen gehören zum Gesamtbild.
Akupunktur in Berlin-Kreuzberg bei Neurodermitis: Wie eine Behandlung aufgebaut wird
Bei einer Akupunkturbehandlung werden die Punkte nicht allein danach ausgewählt, wo sich das Ekzem befindet.
Die Zusammenstellung orientiert sich am individuellen TCM-Muster. Je nach Hautbild kann die Behandlung beispielsweise mit dem Ziel aufgebaut werden, Hitze zu regulieren, Feuchtigkeit zu transformieren, Trockenheit zu berücksichtigen oder ein überreiztes System zur Ruhe kommen zu lassen.
Bei starkem Juckreiz wird anders behandelt als bei überwiegend trockener und rissiger Haut. Nässende Ekzeme erfordern eine andere Einordnung als chronisch verdickte Hautbereiche. Auch Schlafstörungen, Verdauungsbeschwerden, innere Unruhe, Erschöpfung und hormonelle Zusammenhänge fließen in die Auswahl der Akupunkturpunkte ein.
Manche Punkte liegen an Armen oder Beinen, andere am Rücken, Bauch oder Kopf. Die betroffenen Hautstellen müssen dabei nicht direkt genadelt werden.
Wie häufig Akupunktur sinnvoll ist und über welchen Zeitraum sie eingesetzt wird, hängt vom Verlauf der Beschwerden ab. Bei einem akuten, stark veränderlichen Hautbild kann eine andere Behandlungsfrequenz passend sein als bei einer chronischen Trockenheit, die bereits seit Jahren besteht.
Chinesische Kräutertherapie bei Neurodermitis
Die chinesische Kräutertherapie ist ein eigenständiger und wichtiger Bereich der TCM. Gerade bei Hautbeschwerden werden traditionell individuelle Rezepturen zusammengestellt, die sich am aktuellen Muster orientieren.
Es gibt daher nicht die eine chinesische Kräutermischung gegen Neurodermitis.
Bei einer heißen, stark geröteten und entzündlichen Haut werden andere Arzneimittel ausgewählt als bei trockener, rissiger und chronisch gereizter Haut. Nässende Ekzeme werden anders eingeordnet als schuppige oder verdickte Hautbereiche. Zusätzlich werden unter anderem Verdauung, Durst, Schlaf, Temperaturempfinden, Energie, Zyklus und bestehende Medikamente berücksichtigt.
Eine Rezeptur besteht meist aus mehreren chinesischen Arzneimitteln, deren Eigenschaften aufeinander abgestimmt werden. Während der Behandlung kann sie verändert werden, wenn sich das Hautbild oder das körperliche Muster wandelt.
Chinesische Arzneimittel sind nicht deshalb harmlos, weil sie pflanzlichen oder natürlichen Ursprungs sind. Auswahl, Dosierung und mögliche Wechselwirkungen müssen sorgfältig geprüft werden. Das gilt besonders bei Schwangerschaft und Stillzeit, bei Kindern, Allergien, empfindlicher Verdauung, Leber- oder Nierenerkrankungen sowie bei der regelmäßigen Einnahme von Medikamenten.
Von selbst zusammengestellten Kräutermischungen oder unklar deklarierten Produkten aus dem Internet ist deshalb abzuraten.
TCM-Ernährung bei Neurodermitis: Was passt zu deinem Hautbild?
Viele Menschen mit Neurodermitis beginnen irgendwann, ihre Ernährung genau zu beobachten. Häufig geraten zunächst Milchprodukte, Gluten, Zucker, Histamin, scharfe Gewürze, Alkohol oder bestimmte Obst- und Gemüsesorten in den Verdacht.
Pauschale Verbotslisten führen jedoch selten zu einer klaren Antwort. Sie können das Essen zunehmend kompliziert machen und dazu führen, dass immer mehr Lebensmittel weggelassen werden, ohne dass ein eindeutiger Zusammenhang erkennbar wird.
In der TCM-Ernährung wird deshalb nicht nur gefragt, welches Lebensmittel möglicherweise unverträglich ist. Auch Temperatur, Zubereitung, Regelmäßigkeit und die aktuelle Verdauungskraft spielen eine Rolle.
Bei einem heißen und stark entzündlichen Hautbild können sehr scharfe Gewürze, Alkohol, stark erhitzende Speisen oder große Mengen stark verarbeiteter Lebensmittel ungünstig sein.
Stehen Feuchtigkeit und eine belastete Verdauung im Vordergrund, kann es sinnvoll sein, sehr fettige, schwere, zuckerreiche oder stark verarbeitete Mahlzeiten genauer zu betrachten.
Bei Erschöpfung, Kältegefühl, Blähbauch und weichem Stuhl werden warme, gekochte und einfach zusammengesetzte Mahlzeiten oft besser in den Alltag integrierbar sein als große Mengen Rohkost, kalte Smoothies oder unregelmäßiges Essen.
Eine Ernährungsempfehlung sollte die Haut nicht zum einzigen Maßstab machen. Sie muss auch sättigen, nähren, verträglich sein und zum tatsächlichen Leben passen. Essen darf nicht zu einem täglichen Test werden, bei dem nach jeder Mahlzeit ängstlich auf die nächste Reaktion gewartet wird.
Ein Ernährungstagebuch kann hilfreich sein, wenn es nicht nur Lebensmittel festhält. Auch Hautzustand, Verdauung, Schlaf, Zyklus, Stress und besondere Belastungen sollten notiert werden. Dadurch lassen sich Zusammenhänge besser erkennen, ohne vorschnell einzelne Lebensmittel verantwortlich zu machen.TCM-Ernährung bei Neurodermitis: Was passt zu deinem Hautbild?
Neurodermitis und Stress: Warum die Haut auf Anspannung reagieren kann
Neurodermitis ist keine rein psychische Erkrankung. Gleichzeitig reagieren Haut und Nervensystem eng aufeinander.
Ein Schub kann Stress auslösen, weil die Haut sichtbar verändert ist, der Juckreiz kaum nachlässt und der Schlaf gestört wird. Umgekehrt kann anhaltende innere oder äußere Belastung die Reizbarkeit des gesamten Systems erhöhen.
Das zeigt sich manchmal in sehr konkreten Situationen: Nach mehreren angespannten Arbeitstagen beginnt die Haut am Abend stärker zu jucken. In einer konfliktreichen Phase wird der Schlaf leichter und unruhiger. Kurz vor einer wichtigen Entscheidung flammt ein Bereich auf, der lange ruhig war.
Das bedeutet nicht, dass Stress die einzige Ursache ist. Meist wirken verschiedene Ebenen zusammen: Hautbarriere, Entzündung, Reizstoffe, Allergieneigung, Schlaf, hormonelle Veränderungen, Verdauung und psychische Belastung.
Für die Behandlung ist entscheidend, diese Wechselwirkungen nicht gegeneinander auszuspielen. Die Haut ist weder „nur körperlich“ noch „nur psychisch“. Sie ist Teil eines lebendigen Systems, in dem körperliche und emotionale Prozesse gleichzeitig stattfinden.
Neurodermitis bei Frauen: Was Zyklus und hormonelle Veränderungen mit der Haut zu tun haben können
Viele Frauen beobachten, dass ihre Haut im Verlauf des Zyklus nicht gleich reagiert. Bei einigen verstärken sich Juckreiz, Trockenheit oder Rötung vor der Menstruation. Andere erleben Veränderungen während einer Schwangerschaft, nach der Geburt, in der Stillzeit oder in den Wechseljahren. Auch Phasen mit Kinderwunsch, Schlafmangel oder starker Erschöpfung können das Hautbild beeinflussen.
In der TCM werden Zyklus, Blut, Yin, Energie, Schlaf und emotionale Belastung nicht voneinander getrennt betrachtet. Wenn Hautschübe regelmäßig in einer bestimmten Zyklusphase auftreten, ist diese Beobachtung für die Anamnese relevant.
Dabei wird unter anderem darauf geachtet, ob gleichzeitig PMS, Schmerzen, starke oder schwache Blutungen, innere Unruhe, Hitzegefühl, Nachtschweiß, Kälte oder Erschöpfung bestehen.
Nicht jede Hautveränderung ist hormonell bedingt. Wiederkehrende zeitliche Muster liefern jedoch wichtige Hinweise darauf, wie der Körper auf Belastung und Veränderung reagiert.
Was passiert beim ersten TCM-Termin bei Neurodermitis?
Der erste Termin beginnt mit einer ausführlichen Anamnese.
Neben dem sichtbaren Hautbild geht es darum, wie sich die Beschwerden entwickelt haben und wodurch sie sich verändern. Wichtige Fragen sind beispielsweise:
Seit wann besteht die Neurodermitis?
Welche Hautbereiche sind betroffen?
Ist die Haut trocken, heiß, gerötet, nässend, schuppig oder verdickt?
Wann ist der Juckreiz besonders stark?
Gibt es bekannte Auslöser oder wiederkehrende Situationen vor einem Schub?
Wie sind Schlaf, Verdauung, Appetit, Durst und Energie?
Welche Rolle spielen Stress, Zyklus und emotionale Belastungen?
Welche Medikamente, Cremes oder anderen Behandlungen werden aktuell eingesetzt?
Auch Zungen- und Pulsdiagnostik können Teil der TCM-Anamnese sein. Zusammen mit dem Gespräch und dem Hautbild entsteht daraus eine individuelle Einordnung.
Auf dieser Grundlage wird besprochen, welche Behandlungsschritte sinnvoll erscheinen. Das kann Akupunktur sein, eine chinesische Kräuterrezeptur, eine Anpassung der Ernährung oder eine Kombination mehrerer Elemente.
Der Behandlungsplan ist nicht starr. Wenn sich die Haut verändert, kann auch die TCM-Einordnung angepasst werden.
Wo Akupunktur bei Neurodermitis Grenzen hat
Bei stark entzündeten, eitrigen, infizierten oder sich schnell ausbreitenden Hautveränderungen ist eine zeitnahe medizinische Abklärung wichtig. Das gilt auch bei Fieber, starken Schmerzen, ausgeprägter Schwellung oder einer deutlichen Verschlechterung des Allgemeinzustandes.
Besondere Sorgfalt ist außerdem bei Säuglingen und Kindern, während Schwangerschaft und Stillzeit, bei bestehenden Erkrankungen und bei der Einnahme von Medikamenten notwendig.
Akute dermatologische Behandlungen sollten nicht eigenständig beendet oder verändert werden. TCM kann in ein bestehendes Behandlungskonzept eingebunden werden, sofern die einzelnen Maßnahmen sorgfältig aufeinander abgestimmt sind.
Für wen TCM und Akupunktur bei Neurodermitis interessant sein kann
Eine TCM-Begleitung kann für Menschen interessant sein, die ihre Hautbeschwerden differenzierter verstehen möchten.
Zum Beispiel, wenn:
die Neurodermitis immer wieder in Schüben auftritt,
starker Juckreiz den Schlaf beeinträchtigt,
die Haut sehr trocken, rissig oder chronisch gereizt ist,
Ekzeme nässen oder sich wiederholt entzünden,
Stress und innere Anspannung das Hautbild beeinflussen,
gleichzeitig Verdauungsbeschwerden oder Erschöpfung bestehen,
bestimmte Lebensmittel als Auslöser vermutet werden,
Hautveränderungen rund um den Zyklus auftreten,
oder bisherige Maßnahmen einzelne Symptome erreichen, das Gesamtbild jedoch unklar bleibt.
In der TCM wird nicht nur gefragt, welche Diagnose vorliegt. Es wird betrachtet, wie genau dein Körper diese Diagnose ausdrückt.
TCM bei Neurodermitis in Berlin-Kreuzberg: individuelle Begleitung für deine Haut
In meiner Praxis für Akupunktur und TCM in Berlin-Kreuzberg begleite ich Menschen mit Neurodermitis und Hauterkrankungen.
Gemeinsam betrachten wir nicht nur die betroffene Hautstelle, sondern auch die Bedingungen, unter denen sich die Beschwerden verändern. Dazu gehören Verdauung, Ernährung, Schlaf, Stress, Zyklus, Erschöpfung und die Regulation des Nervensystems.
Je nach individuellem Befund können Akupunktur, chinesische Kräutertherapie und TCM-Ernährung Bestandteil der Behandlung sein.
Der erste Schritt besteht darin, das Hautbild und seine Zusammenhänge genau zu verstehen. Daraus entsteht eine Behandlung, die nicht nach einem festen Neurodermitis-Schema arbeitet, sondern sich an deinem persönlichen Muster orientiert.
Verena Sylla Heilpraktikerin Böckhstrasse 45 10967 Berlin
Häufige Fragen zu Akupunktur bei Neurodermitis
Kann TCM bei Neurodermitis eingesetzt werden?
TCM kann bei Neurodermitis in ein individuelles Behandlungskonzept eingebunden werden. Welche Verfahren infrage kommen, richtet sich nach dem Hautbild, dem Verlauf der Beschwerden, der allgemeinen gesundheitlichen Situation und dem persönlichen TCM-Muster.
Ersetzt TCM eine dermatologische Behandlung?
Nein. Eine dermatologische Diagnose und notwendige medizinische Behandlungen bleiben wichtig. Besonders akute, infizierte, stark entzündete oder sich schnell verschlechternde Hautveränderungen gehören in ärztliche Hände. Eine TCM-Behandlung kann parallel dazu abgestimmt werden.
Welche Rolle spielt Akupunktur bei Neurodermitis?
Bei der Akupunktur werden die Punkte anhand des individuellen TCM-Musters ausgewählt. Dabei werden neben der Haut auch Juckreiz, Schlaf, Verdauung, Stress, Temperaturempfinden und Erschöpfung berücksichtigt.
Sind chinesische Kräuter bei Neurodermitis sinnvoll?
Chinesische Kräuter können je nach TCM-Befund Bestandteil der Behandlung sein. Die Rezeptur wird individuell zusammengestellt und im Verlauf angepasst. Wegen möglicher Neben- und Wechselwirkungen sollte eine Kräutertherapie fachkundig begleitet werden.
Muss ich bei Neurodermitis Milch, Gluten oder Zucker meiden?
Nicht pauschal. Ein Lebensmittel sollte nicht allein deshalb dauerhaft gestrichen werden, weil es häufig als möglicher Trigger genannt wird. Entscheidend ist, ob ein nachvollziehbarer und wiederholbarer Zusammenhang mit den eigenen Beschwerden besteht. Bei ausgeprägten Reaktionen oder dem Verdacht auf eine Allergie ist eine medizinische Abklärung sinnvoll.
Was bedeuten Wind, Hitze und Feuchtigkeit bei Neurodermitis?
Wind, Hitze und Feuchtigkeit sind diagnostische Begriffe der TCM. Sie beschreiben bestimmte Muster: Wind wird beispielsweise mit wechselndem oder starkem Juckreiz verbunden, Hitze mit Rötung und Brennen und Feuchtigkeit mit nässenden Hauterscheinungen oder Schweregefühl.
Wie läuft der erste Termin ab?
Im ersten Termin werden das Hautbild, der bisherige Verlauf, mögliche Auslöser, Schlaf, Verdauung, Ernährung, Stress, Zyklus, Medikamente und bisherige Behandlungen besprochen. Auch die Betrachtung der Zunge und das Fühlen des Pulses können Teil der TCM-Diagnostik sein.
Kann Akupunktur bei Kindern mit Neurodermitis eingesetzt werden?
Auch Kinder können nach einem individuellen TCM-Befund begleitet werden. Alter, Hautzustand, bestehende medizinische Behandlungen und die besondere Empfindlichkeit des kindlichen Organismus müssen dabei sorgfältig berücksichtigt werden.
Wie lange dauert eine TCM-Behandlung in Berlin Kreuzberg bei Neurodermitis?
Das lässt sich nicht pauschal festlegen. Dauer und Behandlungsfrequenz richten sich danach, wie lange die Beschwerden bestehen, wie ausgeprägt das Hautbild ist und welche weiteren Faktoren beteiligt sind. Ein akuter Schub wird anders begleitet als eine chronische, seit Jahren bestehende Hauttrockenheit.